Projekt: Haus am Hang
Ort: 3413 Hintersdorf, Niederösterreich
Auftraggeber: privat
Statik: Oskar Graf
Kategorie: Wohnhaus, Wohnung
Status: realisiert 1994
Preise:

Haus Aussel Award, Nominierung, 2005
Architekturpreis Einfamilienhäuser der Reiners Stiftung, 1999
Anerkennungspreis für vorbildliche Bauten des Landes Niederösterreich, 1996
Preis der Stadt Wien – Förderungspreis für Architektur, 1995
Kulturpreis des Landes Oberösterreich – Talentförderungspreis für Architektur (Christa Prantl), 1995

 Video: www.runser-prantl.at/video/

 

Haus am Hang

Das Haus steht auf einem Nordhang auf einem langen schmalen Grundstück mit wunderbarer Aussicht ins Donautal. Das Raumprogramm der Familie mit vier Kindern forderte einen allgemeinen Wohnraum, einen zweiten separierten Wohnraum im Obergeschoss, ein Schlafzimmer und vier Kinderzimmer. Aus der Anforderung der Benutzer entwickelte sich durch oftmaliges Überarbeiten der fast archetypische Grundriss mit zentraler Halle und beidseitig angeordneten Privaträumen mit dazwischen geschalteten Sanitärzonen.

Um die natürliche Wiesenstruktur des Grundstückes weitgehendst beibehalten zu können wurde ein hölzerner Umgang konstruiert, auf dem man das Haus umschreiten kann. Der Umgang erweitert auch die Wohnbereiche nach außen und bildet eine räumliche Zone zwischen dem eigentlichen Innen und Außen. Dem Entwurf liegt ein Raster von 1x1 Meter zugrunde. Er wird in den schalreinen Stahlbetonwänden und Stahlbetondecken, im Fußbodenbelag, in der Holzkonstruktion und in den Fensterkonstruktionen sichtbar. Die tragenden Außenwände stehen außerhalb des Rasters und umhüllen das Gebäude, die tragenden Innenwände und die die Dachkostruktion tragenden Holzsäulen und die Konstruktion des Umganges  folgen dem Raster.

Der im Grundriß ablesbare Raster wurde im Aufriß nicht wiederholt. Das Raumgefühl bestimmte ausschließlich die Proportionen der Höhe. Das Haus entwickelt sich vom dunklen Keller über ein konventionell belichtetetes Erdgeschoß zu einem lichtdurchfluteten Obergeschoß mit wunderbarer Fernsicht. Die Sonnenenergie wird einfachst genützt. Die Dachvorstände sind so konstruiert, daß die flache Wintersonne tief ins Haus fällt und dieses erwärmt.

Ab Mitte Mai fällt kein Sonnenstrahl mehr in die Räume und nur das Glashaus benötigt einen extra Sonnenschutz. Ein Überhitzen des Gebäudes wird so verhindert. ökologische Aspekte wurden in Materialwahl und Konstruktion berücksichtigt.